Samstag, 7. August 2010

Fotos Comedian Harmonists Konzert im Jakobsberg Hotel- & Golfresort, Boppard







































Weitere Fotos folgen !!!

Freitag, 6. August 2010

Fotos Konzert Lars Reichow im Pfarrgarten Herschwiesen




















Dienstag, 3. August 2010

Fotos Rhine Phillis Orchestra Fort Konstantin, Koblenz











Berichterstattung Hommage an Ella Fitzgerald, Rhine Phillis Orchestra, Fort Konstantin, Koblenz

Bericht Rhein-Lahn-Zeitung, Klavierabend Bernd Glemser, Barbarakirche/ Braubach


Glemser sorgt für klassische Tastenkunst
Konzert in Braubacher Barbarakirche: Werke von Mendelssohn-Bartholdy und Chopin interpretiert
Braubach. Mit Bernd Glemser spielte jetzt ein Pianist der Spitzenklasse in der Barbara-kirche. Außer den 18 „Liedern ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy stand Frédéric Chopin mit fünf Kompositionen, Ballade sowie Mazurkas und Nocturnes auf dem Programm.
Das Konzert beginnt mit einer schönen Melodie, die zu einem Ohrwurm werden kann, wenn man sie mehrmals hört oder selbst spielt. Ein „Andante con moto“ mit ruhiger Bewegung, das sich auch für die Hausmusik eignet. Glemser macht das unangestrengt wie locker, aber nicht beiläufig. Das Klavier singt bei Glemser tatsächlich – froh, hell, mit Leichtigkeit und Gelassenheit vorgetragen. Glemser schöpft die Singbarkeit der Kompositionen aus und verbreitet damit Freude, auch beim folgenden „Agitato“. Die Melodien steigen auf, werden mit Leichtigkeit umspielt und geraten in perlende und gleitende Bewegung.
Die Leichtigkeit der gleitenden Bewegung im Dreivierteltakt bleibt auch im Venezianischen Gondellied (Andante sostenuto in g-moll) erhalten, ein Stück, dessen ruhiges, mäßiges Tempo entspannt und zu Assoziationen anregt. Auch die übrigen Titel sind mal ein Gang, dann wieder ein Schlendern durch musikalische Landschaften, und der Zuhörer streift mit ihnen durch Stimmungen und Gefühlszustände, gerät dann und wann in heftige Bewegung, bis hin zum wirbelnden „Presto“. Besorgnisse tauchen auf, Ernsthaftes, Elegisches und Leidenschaftliches. Doch die aufwallenden Emotionen finden dann wieder auf den Weg des Liedes und der schlichten Melodie zurück.
Die Zuhörer können die Augen schließen und sich ihren Gedanken und Assoziationen hingeben. Das Publikum ist am Schluss der „Lieder ohne Worte“ begeistert und spendet dafür starken Beifall.
Nach der Pause ist Chopin-Zeit. Die Mazurka b-moll op. 24 Nr. 4 und das Scherzo Nr. 4 in E-Dur op. 24 („Presto“) sind zwei Beispiele fürs Gegensätzliche. Für das eine ist nuancierendes Gefühlsverständnis erforderlich, für das andere zudem die brillante Spieltechnik. Die letzte der vier Mazurkas op. 24 in b-moll beginnt mit einem Oktavsprung in die Höhe, steigt dann in Halbtonschritten herab und geht in eine traurige Melodie über. Das ist kein Walzer für die Tanzfläche, sondern einer für den Pariser Salon. Das kurze Thema zeugt von Melancholie, ist gar von Trauer überschattet. Der Takt stockt und enthält Pausen und Verzögerungen, sodass man nicht sofort entscheiden kann, ob es sich um einen Dreier- oder um einen Vierertakt handelt. Eine Depression oder depressive Verstimmung scheint in diesem Stück anzuklingen. Hier braucht es Einfühlung in die Seelen- und Stimmungslage des Komponisten, vielleicht auch eigene Erfahrungen in dieser Richtung, um diese Musik authentisch interpretieren zu können.
In dem anderen Stück dominiert die genaue und brillante Darbietung. Hohe Virtuosität wird geboten. Wer auf das Notenblatt des Scherzos mit seinen vier Kreuzen der E-Dur-Tonart und seiner komplexen Notation und polyfonen Linienführung geschaut hat, der mag ahnen, dass dies nur ein Könner wird spielen können. Bernd Glemser spielt es kongenial.
Und die Zuhörer drücken ihren Enthusiasmus durch minutenlanges Klatschen aus. Und „zwingen“ den Tastenkünstler, ein Dutzend Mal zurück in den Spielraum zu kommen. Karl-Heinz Wolter
Rh.-Lahn-Ztg. Bad Ems vom Dienstag, 3. August 2010, Seite 19

Bericht Rhein-Zeitung Gesamtkultur, Liederabend Stadtfeld-Ullmann


Lieder aus zwei Epochen des Umbruchs
Konzerte am Fluss: Romantisches beim Mittelrhein Musik Festival, Frühbarock bei Rheinvokal
M Von unserem Autor
Andreas Pecht

Mittelrhein. Aus dem reichen Kulturangebot in der Region auch während der Sommerferien seien zwei hochrangig besetzte Klassikkonzerte vom zurückliegenden Wochenende herausgepickt. Das Besondere daran: Auf den ersten Blick verbindet sie kaum etwas, auf den zweiten korrespondieren sie in eigentümlicher Weise miteinander. Das Mittelrhein Musik Festival bot auf der rechten Rheinseite Lieder von Robert Schumann aus dem 19. Jahrhundert, das Festival Rheinvokal am anderen Ufer Gesänge aus dem 17. Jahrhundert.
Die Schumann-Lieder sind im 200. Geburtsjahr des Komponisten in der Pilgerhalle Kamp-Bornhofen dem Tenor Marcus Ullmann und dem Pianisten Martin Stadtfeld anvertraut. Um die noch zwei Jahrhunderte ältere Musik – von acht verschiedenen Komponisten – machen sich in St. Severus in Boppard der Countertenor Dominique Visse und die international zusammengesetzte Capella della Torre verdient.
Rechtsrheinisch, auf der Loreley-Seite, Schumanns Vertonungen von Versen Eichendorffs und Heinrich Heines – also hochromantische Emotionalität für Singstimme und Klavier. Linksrheinisch dagegen vor allem Sakrales, musizierte Gebete um Erlösung und zum Lobe Gottes von Praetorius, Monteverdi oder Heinrich Schütz. Frühbarock also, konzertiert von sieben Spezialisten auf originalen Instrumenten jener Epoche und einem Sänger im zeittypisch kopfstimmigen Altus.

Tiefen von Wort und Musik
Was sollte diese Konzerte verbinden, außer dass sie am Mittelrhein stattfinden, mit Solosänger plus Instrumentalbegleitung besetzt sind sowie beide gut besucht und von exquisiter Qualität? Das Verbindende findet sich in den Tiefen von Wort und Musik; im menschlichen Fühlen, das die Künste zum Ausdruck bringen: Verlust, Hoffnung auf Beruhigung und Trost, Sehnsucht nach einem Goldenen Zeitalter, und dazu die von der Gewissheit herrührende Melancholie, dass selbst dem Glück unausweichlich der Tod innewohnt.
Ullmann singt in wunderbar warmem, innigem, unverkünsteltem Tenor mit Eichendorff von Erlebnissen zwischen Stille, Wehmut und gespenstischer Begegnung im Wald; mit Heines „Dichterliebe“ dann von Hoffnung und Resignation.
Der im besten Sinne lyrische Tenor meidet die theatralische Geste, er weiß um die Gefährdung des Gefühls durch Effekthascherei. Pianostar Martin Stadtfeld, den wir hier erstmals als Liedbegleiter erleben, geht diesen Kurs einfühlsam mit, behauptet dennoch dezent den eigenständigen Charakter der Schumann’schen Klavierstimmen.
Ist die romantische Gefühligkeit ein Konterpart zur Kälte des Rationalismus und frühen Industrialismus im 19. Jahrhundert, so am anderen Rheinufer die Melancholie der frühbarocken Musik der Reflex auf einen ähnlich grundstürzenden Epochenwandel gut 200 Jahre zuvor: Reformatorische Bewegungen haben die Gewissheit über die eine einzige Mutter Kirche zertrümmert. Die Erde hat den Mittelpunkt des Universums verlassen, der Dreißigjährige Krieg durchwütet Europa. Da braucht es einen starken Glauben, um nicht vollends den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Lust auf das Leben
Die menschlichen Affekte sind im Bopparder Konzert noch zurückhaltender ausgeformt. Frühbarocke Musik bewegt sich in Strukturen schier ritueller Strenge, die auf den mit Alter Musik wenig vertrauten Zuhörer anfangs kontrastarm, beinahe eintönig wirkt. Doch die kunstvolle Realisation von Dominique Visse und Capella della Torre macht die Farbigkeit, die emotionale Bangigkeit, aber auch die unausrottbare Lust auf und am Leben hörbar, die sich in der verwickelten Vielstimmigkeit und Formtreue dieser Musik verbirgt. Zwei ebenso schöne wie interessante Konzerte.

Montag, 2. August 2010

Bericht Liederabend Stadtfeld / Ullmann Pilgerhalle Kamp-Bornhofen aus der RLZ


Exzellente Könner auf gleichem Niveau
Für romantische Lieder mit Musik von Robert Schumann gab es tosenden Beifall
Kamp-Bornhofen. Mit vier ausgewählten Liedern nach Heinrich Heine, dem Liederkreis nach Eichendorff op. 39 und der „Dichterliebe“ op. 48, ebenfalls nach Heine, gestalteten der lyrische Tenor Marcus Ullmann und der Pianist Martin Stadtfeld einen Abend mit Musik von Robert Schumann. Er fand in der Pilgerhalle in Kamp-Bornhofen im Rahmen des Mittelrhein-Musik-Festivals statt.
„Es war, als hätt’ der Himmel die Erde still geküsst“ – tiefe Ruhe und Entspannung gehen von den Gedichtzeilen der „Mondnacht“ und der Musik aus; Naturbetrachtung verbindet sich mit Sehnsucht nach Erlösung. Diese romantischen Motive setzte Schumann in Musik um.
„Aus meinen großen Schmerzen mach’ ich die kleinen Lieder“, sagte Heine, der seine Gedichte „Lieder“ nannte. Das waren heitere, witzige, sarkastische, zornige und kritische Gedichte, auch melancholische und solche voller Verzweiflung.
Diese „alten, bösen Lieder“ hatten Ullmann und Stadtfeld aber an diesem Abend begraben, dem Dichter Heine dabei folgend. Der hatte für den Liederzyklus „Dichterliebe“ nicht seine frechen Gedichte ausgesucht. Nichts von „deutschen Eichen als Galgen für die Reichen“ ist darin zu finden, nichts von der „Liebe als Vorhölle zur wirklichen Hölle, der Ehe“, wie man es bei Heine nachlesen kann. Stattdessen Rosen, Nachtigallen und ein sehnsuchtsvolles „Leg deine Wang’ an meine Wang’“ in Erwartung der Heirat mit Clara Wieck. Ullmann und Stadtfeld interpretierten die „Dichterliebe“ so, dass sie aus der Menge ähnlicher Interpretationen hervorstachen.
Das merkten die Zuhörer sofort, als nach der Pause die ersten Töne von „Im wunderschönen Monat Mai“ erklangen. Der Gesang schmeichelte dem Ohr, ebenso das Klavierspiel. Hier hatten sich zwei exzellente Könner auf gleichem Niveau gefunden. Eine Einheit aus einem Guss.
Psychologisch interessant war das siebte der zwölf Lieder mit dem Titel „Ich grolle nicht“, in dem der Dichter ob der Ablehnung durch die Geliebte grollt, seine Kränkung und den Zorn aber leugnet. Hier war Schumann genial. Aber auch die Interpreten waren großartig, weil sie in der Lage waren, diesen Widerspruch musikalisch auszudrücken. Nach dem letzten, leise verklingenden Klavierton hielt die Stille zwei Augenblicke lang an, dann setzte tosender Beifall ein.
Karl-Heinz Wolter
Rh.-Lahn-Ztg. Bad Ems vom Montag, 2. August 2010, Seite 19

mit freundlicher Unterstützung der Rhein-Lahn-Zeitung